Am 24. November 2025 fand in Heusenstamm ein BMV Fachdialog zum Thema "Klimafreundliche Nutzfahrzeuge in der Praxis" bei der Spedition Duwensee statt. Die Veranstaltung bot eine einzigartige Gelegenheit, direkt vor Ort die praktische Umsetzung der Elektrifizierung einer Speditionsflotte zu erleben.
Spedition Duwensee teilt ihre Elektrifizierungsstrategie
Spedition Duwensee präsentierte ihre umfassende Strategie zur Elektrifizierung ihrer Flotte. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 ein Drittel ihrer Lkw-Flotte auf elektrischen Antrieb umzustellen. Bereits heute betreibt die Spedition drei Elektrofahrzeuge: einen Mercedes-Benz eActros 300 (Reichweite 400 km), einen eActros 600 (Reichweite 500 km) und einen Mitsubishi eCanter (Reichweite 150 km).
Die praktischen Erfahrungen sind beeindruckend: In nur 18 Wochen konnten mit den drei Fahrzeugen bereits 34,5 Tonnen CO₂-Emissionen eingespart werden. Insgesamt wurden über 66.000 Kilometer elektrisch zurückgelegt. Die Spedition bestätigte, dass E-Lkw bereits heute einsetzbar sind, insbesondere in standardisierten Touren. Die angegebenen Reichweiten der Hersteller entsprechen dabei der Praxis.
Ladeinfrastruktur in drei Ausbaustufen
Besonders wertvoll waren die Einblicke in den Aufbau der Ladeinfrastruktur. Duwensee plant eine dreistufige Entwicklung: Die erste Stufe umfasst einen 400kW Hypercharger mit zwei Ladepunkten sowie einen mobilen 40kW Charger. In den weiteren Stufen soll die Infrastruktur auf acht parallele Ladepunkte erweitert werden, ergänzt durch eine PV-Anlage mit Batteriespeicher für grünen Eigenstrom.
Rahmenbedingungen und Förderprogramme
Dr. Hendrik Haßheider vom Bundesministerium für Verkehr stellte das Gesamtkonzept klimafreundliche Nutzfahrzeuge vor. Das Bundesförderprogramm hat bereits 883 Millionen Euro Fördermittel für über 6.000 Nutzfahrzeuge und mehr als 1.000 Ladeinfrastruktur-Standorte bereitgestellt. Zudem wurde das geplante Lkw-Schnellladenetz mit 4.200 MCS- und CCS-Ladepunkten an Bundesautobahnen vorgestellt.
Die Landesinitiative "Strom bewegt" der LEA Hessen präsentierte ihre Unterstützungsangebote für Unternehmen, darunter die eCoach-Beratung zur Flottenumstellung und die LIS-Beratung für den Aufbau von Ladeinfrastruktur.
Austausch und Perspektiven
Die Veranstaltung bot Raum für intensiven Erfahrungsaustausch zwischen Speditionen, Herstellern, Technologieanbietern und politischen Entscheidungsträgern. Fenexity war als Teilnehmer vor Ort und konnte wertvolle Einblicke in die praktischen Herausforderungen und Lösungen bei der Elektrifizierung von Logistikflotten gewinnen.
Die Erfahrungen von Spedition Duwensee zeigen eindrucksvoll, dass die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugflotten bereits heute machbar ist und sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile bietet. Die Hauptfaktoren für die Wirtschaftlichkeit sind dabei die Mautbefreiung, Fördergelder und eine zuverlässige Ladeinfrastruktur. Weitere Diskussionen zur Zukunft der nachhaltigen Logistik finden sich in unserem Artikel über die
NextTruck 2025.